Tiere verlieren in einem deutschen Zoo oft über 99 % ihres natürlichen Lebensraums.
„Raumverlust“ übersetzt diese Dimension in eine begehbare VR-Erfahrung. Statt reine Fakten zu zeigen, macht das Projekt räumlich und körperlich erfahrbar, wie extrem sich Lebensraum im Zoo verkleinert an einem Beispiel von 5 Zootieren.
Das zentrale Gestaltungselement ist ein abstrahiertes Punkteraster. 
Das einzelne rote Quadrat in der Mitte steht immer für die reale Zoofläche eines Tieres. Die umliegenden Felder zeigen, wie oft diese Fläche vervielfacht werden müsste, um die Größe des natürlichen Lebensraums abzubilden.
ELEFANT (1 : 7.100)
ELEFANT (1 : 7.100)
ERDMÄNNCHEN (1 : 12.500)
ERDMÄNNCHEN (1 : 12.500)
LÖWE (1 : 8.000)
LÖWE (1 : 8.000)
PINGUIN (1 : 130.000)
PINGUIN (1 : 130.000)
In Unity wurde das zweidimensionale Punkteraster konsequent in einen begehbaren 1:1-Maßstab übertragen. Jedes Feld des Rasters entspricht einem Quadratmeter.  Die Besucher*innen bewegen sich selbst durch dieses System und laufen buchstäblich durch die Wildnisfläche des jeweiligen Tieres.
Die Experience
Die VR-Erfahrung beginnt im Inneren des Kubus. Der Raum ist eng, dunkel und akustisch verdichtet: gedämpfte Geräusche, Stimmenfragmente, ein wiederkehrendes Klopfen. Dann die Figuren. Abstrahierte Menschengesichter, die direkt zurückstarren. 
Der Effekt ist bewusst kalkuliert. Im Zoo schaut der Mensch auf das Tier. Hier ist es umgekehrt. Wer im Kubus steht, wird selbst zum Ausstellungsobjekt, beobachtet, begrenzt, eingeschlossen. Das Machtverhältnis kippt, ohne dass ein einziges Wort dazu gesagt werden muss.
Erst wenn man den Kubus verlässt, öffnet sich der Raum. Die Klangkulisse wechselt abrupt zu Wildnis-Sounds, das Raster dehnt sich in alle Richtungen aus. Der Kontrast zur Enge des Kubus ist der eigentliche konzeptionelle Kern des Projekts: nicht Mitleid erzeugen, sondern Perspektive wechseln.
Eine Anzeige innerhalb der VR zeigt zusätzlich, wie viele „Zoofelder“ bereits durchlaufen wurden und wie klein der eigentliche Zooraum im Verhältnis zur Wildnis ist.
Dieses Projekt wurde im Rahmen des Kurses „Info Vis“ im Wintersemester 2025 von Prof. Dipl.-Des. (FH) Eva Vitting begleitet.
© FH Aachen 2025, Info Vis, Prof. Vitting, Marius Kowalski
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