Eine Awareness-Kampagne für den DFB, die den Nachwuchs im Frauenfußball sichtbar macht und Mädchen den Weg in den Verein ebnet.
Obwohl das Interesse am Frauenfußball wächst, sinken die Zahlen beim weiblichen Nachwuchs aufgrund struktureller Hürden und mangelnder Sichtbarkeit. Mein Ziel war es, diesem Problem für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) mit einer strategischen Kampagne entgegenzuwirken. Die gestalterische Herausforderung bestand darin, sowohl junge Mädchen emotional abzuholen als auch deren Eltern durch eine reduzierte, klare Informationsvermittlung zu überzeugen.
Mein Ansatz baut auf einem typografischen Wortspiel auf: Begriffe wie Torschützin, Kapitänin oder Dribbelkönigin bekommen ihr weibliches "IN" als invertiertes, grün hinterlegtes Modul. Dieser Eingriff in die Headline ist das gestalterische Herzstück
und macht die Botschaft auf einen Blick lesbar, ohne erklärend zu wirken.
und macht die Botschaft auf einen Blick lesbar, ohne erklärend zu wirken.
Die Bildsprache setzt konsequent auf das Prinzip "Side-by-Side": Profispielerin und Nachwuchstalent in einer geteilten Bewegung. Farbwelt und Typografie greifen das Corporate Design des Absenders auf, damit die Kampagne als glaubwürdige Eigeninitiative des Verbands lesbar bleibt.
Die Plakate sind dort platziert, wo Zielgruppe und Botschaft sich im Alltag begegnen: an Bushaltestellen in der Nähe von Grundschulen und Kindergärten. Wartezeit wird zu Aufmerksamkeitszeit, sowohl bei Kindern auf dem Schulweg als auch bei Eltern in ihrer täglichen Routine.
Der QR-Code auf den Plakaten führt direkt zur überarbeiteten Vereinssuche auf dfb.de. Die ursprüngliche Funktion existierte bereits, war jedoch tief in der Seitenstruktur verborgen und technisch nicht mehr nutzbar. Ich habe sie konzeptionell neu gedacht: prominent in der Hauptnavigation verankert, mit einer klaren Eingabemaske für Postleitzahl und Radius sowie einer Direktanmeldung zum Probetraining. Die Landingpage greift die visuelle Sprache der Kampagne auf. So wird aus
dem Impuls am Plakat innerhalb weniger Klicks ein konkreter Termin im Verein.
dem Impuls am Plakat innerhalb weniger Klicks ein konkreter Termin im Verein.
Die Kampagne funktioniert, weil sie zwei Zielgruppen über eine einzige visuelle Hierarchie erreicht: Mädchen identifizieren sich mit dem dargestellten Nachwuchstalent, Eltern erkennen die Profispielerin als Vorbild und Versprechen. Den entscheidenden Hebel bildet die Reaktivierung der DFB-Vereinssuche, die ich konzeptionell überarbeitet und prominent über QR-Code und Direktlink in die Plakate integriert habe. So wird aus passiver Wahrnehmung an Bushaltestellen, in Social Media und im schulischen Umfeld ein konkreter nächster Schritt: die Anmeldung zum Probetraining.
Die abgebildeten Nachwuchsspielerinnen sind bewusst KI-generiert. Diese Entscheidung ist konzeptionell wie ethisch begründet: Für eine Kampagne, die Minderjährige in den Mittelpunkt stellt, wäre der Einsatz realer Kinder im Hochschulkontext mit erheblichen Persönlichkeitsrechten und Einwilligungsfragen verbunden, die in einer akademischen Arbeit nicht final gelöst werden können. Die KI-Motive fungieren daher als Platzhalter mit Konzeptcharakter und ermöglichen es, die gestalterische Bildsprache vollständig zu definieren, ohne reale Identitäten zu exponieren. Bei einer tatsächlichen Umsetzung der Kampagne würden die Motive durch authentische Nachwuchsspielerinnen aus dem Amateurbereich ersetzt, mit dokumentierter Einwilligung der Kinder und ihrer Eltern. Diese Trennung zwischen konzeptioneller Darstellung und realer Produktion ist im Hochschulkontext ein bewusster, transparenter Schritt.
Dieses Projekt wurde im Rahmen meiner Bachelorarbeit an der FH Aachen im Sommersemester 2024 von Prof. Dipl.-Kom. Christoph Scheller und Prof. Dipl.-Des. Eva Vitting begleitet.
Alle Rechte vorbehalten – All rights reserved
© Marius Kowalski
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